Hirsch’nhütte Miami

Die für unsere europäischen Vorstellungen typische Floridafarbe PINK FARBTON SUGAR SWEET wird vorherrschend für die Gesamtheit der Gestaltung der “Hirsch’nhütte Miami” eingesetzt. Der Innenraum der Hütte ist mit exportierten, originalen bayerischen Fund- und Erinnerungsstücken ausgestattet; das Äussere entspricht einer billigen, handelsüblichen Hütte, die mit einem leuchtenden Hirsch-Emblem aus rosa Plastik geschmückt wurde. Als Gegen-Bild wird der künstlichen Hütte ein historischer, hölzerner und ähnlich proportionierter Getreidekasten aus Gaden in Oberbayern gegenüber gestellt.

Die Abbilder beider Hütten sind im Ausschnitt, d.h. ohne die natürliche Umgebung in die sie jeweils eingebettet sind, auf große 2-teilige Spiegelflächen gedruckt. Mit diesen auf Spiegel isolierten Abbildern hat sich Petra Liebl-Osborneauf Reisen begeben. Die beiden Hütten wurden dann an verschiedenen, neuen Standorten in der jeweils anderen Heimat, in Bayern und Florida, in ihren gespiegelten, wechselnden Umgebungen fotografiert.

In spielerisch ironisierender Form wird im Projekt der Hirsch’nhütte Miami ‘Migrating Heimat’ der Diskurs um Kulturtransfer in einem Einzelstück verdinglicht. Ebenso läßt es sich dem Postulat, das der Kurator und DAM-Direktor Peter Cachola Schmal, dem deutschen Beitrag zur 15. Architekturbiennale in Venedig 2016 vorangestellt hat, ‘Making Heimat’, als persönliche Facette subsummieren. Nicola Borgmann